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DFG-Projekt AM 93/10-4 | VE 104/4-4

Bedeutung afferenter Nierennervenfasern unter physiologischen und pathologischen Bedingungen: Gibt es pharmakologische Interventionsmöglichkeiten?

Nach mehreren Jahren großer Unsicherheit darüber, ob eine Denervation der Niere eine klinische Bedeutung in der Behandlung der arteriellen Hypertonie haben würde, haben Veröffentlichungen in den letzten Jahren neue Daten geliefert, die für die Wirksamkeit dieser Methode sprechen.
In diesem Zusammenhang weisen experimentelle (und klinische) Studien auf eine wichtige Funktion der afferenten Nerven hin, die vom tubulointerstitiellen Bereich der Niere zum Zentralnervensystem verlaufen. Diese Nervenbahnen haben wahrscheinlich die Aufgabe, den zentralen sympathischen Einfluss niedrig zu halten. Unter krankhaften Bedingungen wie Bluthochdruck, aber auch bei salzreicher Ernährung verlieren diese afferenten Nervenbahnen jedoch ihre Fähigkeit, die sympathische Nervenaktivität zu dämpfen. Wahrscheinlich ist der intrarenale Salzhaushalt ein wichtiger Mechanismus in diesem Zusammenhang.
Daher wird in diesem Projekt experimentell mit pharmakologischen Mitteln (z. B. SGLT2-Inhibitoren) ein Ansatz untersucht, um die Empfindlichkeit der afferenten Nierennerven gegenüber NaCl in ihrer intrarenalen tubulointerstitiellen Umgebung unter pathologischen Bedingungen aufrechtzuerhalten. Es werden In-vivo-Experimente an Ratten und Mäusen mit neurophysiologischen Techniken zur direkten Aufzeichnung der efferenten und afferenten Nierennervenaktivität sowie Primärkulturen afferenter Neuronen aus den jeweiligen Spinalganglien mit Projektionen aus den Nieren in vitro verwendet. Schließlich werden die Mechanismen, die die Reaktivität afferenter Nervenbahnen verändern, mit molekulargenetischen Ansätzen untersucht.
Die Untersuchungen dienen dazu, pharmakologische Maßnahmen zu finden, mit denen neurogene Regulationskreise der Nieren mit ihren vermutlich weitreichenden systemischen Folgen therapeutisch beeinflusst werden können, was stets Vorrang vor Deletionstherapien wie Denervationsverfahren haben sollte.

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